text labyrinthe

lesen ist schreiben | schreiben ist lesen

GWFH GdPdR 9: Absolutes Zueignungsrecht oder Widerstand der Materie: Hegel vs. Latour

Oktober 31, 2014 // von Joachim Landkammer

„Ungefähr“ das hatte ich gemeint: als Gegenkommentar zu Hegels idealistischer Allmachtphantasie der Person (§ 44: „absolutes Zueignungsrecht des Menschen auf alle Sachen“) müßte man sich mal den da viel „zurückhaltenderen“ künstlerischen Zugang zur Welt anschauen, so wie er exemplarisch in einer gestrigen Ausstellungsrezension in der FAZ zu Katharina Grosse (in Düsseldorf) zum Ausdruck kommt. Wohl nicht zufällig wird da ja auch das „objektbezogene Denken“ von Bruno Latour erwähnt.
Ich bin nicht sicher, ob man den „Widerspruch“ der beiden Positionen dadurch auflösen kann, daß man Hegels die absolute Willensfreiheit absichernde Subjektphilosophie als eine erkenntnistheoretische, „definitorische“ Überlegung, Latour hingegen als politisch orientierten Denker („Parlament der Dinge“) qualifiziert. Mir scheint jedenfalls viel dafür zu sprechen, daß Hegel hier schlicht eine heute überholte (und gefährliche) subjekt-metaphysische (Anspruchs-)Haltung vertritt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.