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Carl Schmitt I: Das Freund-Feind-Kriterium, die Ehre und die „Erde“

Februar 17, 2016 // von Joachim Landkammer

Zur Plausibilisierung der umstrittenden Reduktion „des Politischen“ auf die bekannte „Begriffsbestimmung im Sinne eines Kriteriums, nicht als erschöpfende Definition oder Inhaltsangabe“ (CS, BdP, 26), also auf die „Unterscheidung von Freund und Feind“ wurden zwei Texte herangezogen, die sich, so die Vermutung, zu dieser Unterscheidung sinnvoll in Beziehung setzen lassen. Hannah Arendt rechtfertigt am Schluß ihres […]

Theorie(-) und Ideologiekritik

November 24, 2014 // von Moritz Klenk

I Der Begriff der „Weltanschauung“ oder Welt-Theorie (theoria = Anschauung) ist ein in sich widersprüchlicher Begriff. Aus der ungünstigen Kombination mit einem Weltbegriffs, d.h. eines differenzlosen Allbegriffs, neigen derartige ‚Theorien‘ dazu, ihre eigene Kontingenz und Positionalität mit einer zur Alternativlosigkeit stilisierten Differenzlosigkeit der Welt selbst zu verwechseln oder ganz zu vergessen. Mir scheint jedoch, das […]

GWFH GdPdR 10: Die „Gediegenheit“ des Helden, oder: Ist Heroismus „dämlich“?

November 20, 2014 // von Joachim Landkammer

Hegels abschließende Bemerkung zum § 118, wo darauf hingewiesen wird, daß das „heroische Selbstbewußtsein“ (wie es in den griechischen Tragödien, z.B. von Ödipus vorgeführt wird) keinen Unterschied zwischen Tat und Handlung, also zwischen Vorsatz und Folgen, macht, wurde gestern dahingehend interpretiert, daß Hegel damit eine Haltung denunzieren möchte, die auch wir nicht anders als schlicht […]

GWFH GdPdR 9: Absolutes Zueignungsrecht oder Widerstand der Materie: Hegel vs. Latour

Oktober 31, 2014 // von Joachim Landkammer

„Ungefähr“ das hatte ich gemeint: als Gegenkommentar zu Hegels idealistischer Allmachtphantasie der Person (§ 44: „absolutes Zueignungsrecht des Menschen auf alle Sachen“) müßte man sich mal den da viel „zurückhaltenderen“ künstlerischen Zugang zur Welt anschauen, so wie er exemplarisch in einer gestrigen Ausstellungsrezension in der FAZ zu Katharina Grosse (in Düsseldorf) zum Ausdruck kommt. Wohl […]

Inszenierung sozialer Fassungslosigkeit

Oktober 18, 2014 // von Maren Lehmann

Als Nachtrag zur Seminardiskussion über die Masse als „soziale Fassungslosigkeit“ namentlich des Individuums (Joseph Vogl) im Kontext der Problemgeschichte medialer Ereignisse hier die von mir zunächst mündlich improvisierte These zur Inszenierbarkeit solcher Verluste sozialer Fassung: Entscheidend sind vier Kontextbedingungen: (1) allmähliche Destruktion der öffentlichen Ordnung durch Unterlassung (ein erwartbarer Rechtsbruch wird unerwartet nicht geahndet: ein Brand nicht gelöscht, ein […]

GWFH GdPdR 8: Schon wieder: das Tier (als idealistisch philosophierendes)

Oktober 15, 2014 // von Joachim Landkammer

Der folgende Passus aus dem Zusatz zu § 44, in dem das „absolute Zueignungsrecht des Menschen auf alle Sachen“ postuliert wird (ein Postulat, mit dem heutige Ökologen als Vertreter einer „anti-anthropozentrischen, holistischen Umweltethik“ allergrößte Schwierigkeiten hätten), erinnert an Adornos Raubtier-Beispiel aus der Negativen Dialektik (vgl. dazu TWA 2): Der freie Wille ist somit der Idealismus, […]

Systemtheorie als kritische Theorie?

Oktober 12, 2014 // von Maren Lehmann

Ein Begriff: Sinn. Eine Unterscheidung: Welt/System. Zwei Bezugsprobleme: Kontingenz und Komplexität. Oder: Kann man mit Systemtheorie Gesellschaftskritik üben? Wortlaut des Vortrags in Trier vom 8. Oktober 2014: https://www.zu.de/lehrstuehle/soziologie/index.php

GWFH GdPdR 7: Alles fallen lassen oder alles wollen? Hegel vs. Schopenhauer zum Selbstmord

Oktober 2, 2014 // von Joachim Landkammer

Bevor wir dann wirklich weitergehen, um uns dem „abstrakten Recht“ (§34 ff.) zu widmen, nur noch kurz ein Beispiel, wie man Hegels idealistischen Willensbegriff auf der Basis seiner Korollarien hinterfragen könnte. Als Zusatz zu §5 wurde gestern nochmal der (leider in der Meiner-Ausgabe nicht enthaltene, aber hier zu findende) Passus zitiert, in dem H. die […]

GWFH GdPdR 6: Systemimmanenz vs. Einblickslöcher im Gestrüpp: oder wie zu lesen sei

Oktober 2, 2014 // von Joachim Landkammer

Nachdem gestern nochmals auch im kleineren Kreis und auf prinzipielle Weise über die Zulässigkeit bzw. Kontraproduktivität bestimmter Herangehensweisen an den Hegel-Text diskutiert worden ist, hier nochmal ein Versuch, meine Vermutung einer notwendigen „Hermeneutik des Mißtrauens“ zu verteidigen. Das hehre Motto einer „ergebnisoffenen“, völlig unbefangenen und rein verständnisorientierten Lektüre („erstmal verstehen, was da steht“) kann man […]

GWFH GdPdR 5: Erklärt Hegel uns Begriffe oder „die Welt“? Zur Absicht philosophischer Aussagen

September 27, 2014 // von Joachim Landkammer

Die Erinnerungen an die Hegelschen Begriffsbestimmungen aus seinem über mehrere Werke verstreuten System sind v.a. didaktisch höchst nützlich und verdienstvoll, gerade für Hegel-Anfänger, aber sie stellen die entscheidende Frage nach dem Status solcher „Definitionen“ nicht. Ich hatte das Problem schon mal angedeutet und versuche es hier ein weiteres Mal zu artikulieren. Gegeben seien folgende zwei […]